Beim Kratom Extrakt steht auf den Verpackungen das Verwirrendste, was der Markt für botanische Rohstoffe zu bieten hat: „10:1″ auf dem einen Beutel, „50 % Mitragynin” auf dem nächsten, „Vollspektrum” auf dem dritten. Diese Angaben messen völlig verschiedene Dinge und lassen sich nicht direkt vergleichen. Dieser Artikel erklärt, wie Extrakte aus Blattmaterial entstehen, was die Stärkeangaben tatsächlich bedeuten, worin sich Pulver, Harz und Liquid unterscheiden — und warum Milligramm und Milliliter zwei verschiedene Angaben sind.
Kurz gesagt: Eine Verhältnisangabe wie 10:1 beschreibt, wie viel Rohmaterial in eine Einheit Extrakt eingegangen ist. Eine Prozentangabe wie 50 % Mitragynin beschreibt die gemessene Zusammensetzung des Endprodukts. Nur die zweite ist laborprüfbar — und nur sie erlaubt einen Vergleich zwischen Anbietern.
Inhalt
- Vom Blatt zum Konzentrat
- Die Extraktionsverfahren
- Vollspektrum, Isolat und synthetisch angereichert
- Stärkeangaben richtig lesen
- Pulver, Harz und Liquid
- Farbkraft als Materialeigenschaft
- Milligramm ist nicht Milliliter
- Was ein Laborzertifikat aussagt
- Lagerung von Konzentraten
- Unser Extrakt-Sortiment
- Häufige Fragen zum Kratom Extrakt

Vom Blatt zum Konzentrat
Jedes Kratom-Extrakt beginnt als Blattmaterial von Mitragyna speciosa, einem Baum aus der Familie der Rötegewächse. Ein Extrakt ist nichts anderes als ein Konzentrat: Die löslichen Bestandteile werden mit einem Lösungsmittel aus dem gemahlenen Blatt herausgelöst, die Flüssigkeit wird von den Faserresten getrennt und anschließend eingedickt oder getrocknet. Was bleibt, enthält dieselben Stoffgruppen wie das Blatt, nur in höherer Konzentration bezogen auf das Gewicht.
Entscheidend für das Ergebnis ist die Qualität des Rohmaterials. Alkaloidgehalt und Farbintensität schwanken erheblich nach Sorte, Standort, Erntezeitpunkt, Blattalter und Trocknung. Ein Extrakt kann diese Schwankungen nicht ausgleichen — es verstärkt sie. Welche Rolle Klima und Verarbeitung dabei spielen, haben wir in Kratom Potenz — Klima und Wetter und in der Sortenkunde behandelt. Die Botanik der Ausgangspflanze beschreibt Mitragyna speciosa — der Kratombaum.

Die Extraktionsverfahren
In der Praxis kommen drei Ansätze vor. Sie unterscheiden sich im Lösungsmittel und damit darin, welche Stoffgruppen in das Konzentrat übergehen.
| Verfahren | Lösungsmittel | Merkmal |
|---|---|---|
| Wässrig | Wasser | Schonend, geringere Ausbeute |
| Alkoholisch | Ethanol | Höhere Ausbeute, breiter |
| Mehrstufig | Kombination | Höchste Konzentration |
Bei der wässrigen Extraktion wird gemahlenes Blattmaterial in Wasser ausgezogen, filtriert und das Wasser schonend verdampft. Das Verfahren ist technisch einfach und arbeitet ohne organische Lösungsmittel, liefert aber geringere Ausbeuten, weil nicht alle Bestandteile wasserlöslich sind.
Die alkoholische Extraktion mit Ethanol löst ein breiteres Spektrum und liefert höhere Ausbeuten. Hier ist die vollständige Entfernung des Lösungsmittels ein Qualitätskriterium: Restlösungsmittel gehören zu den Parametern, die eine Analyse abdecken sollte.
Bei mehrstufigen Verfahren werden Extraktionsschritte wiederholt oder kombiniert, um höhere Konzentrationen zu erreichen. Je mehr Stufen, desto stärker greift der Prozess in das ursprüngliche Stoffverhältnis ein — und desto wichtiger wird die Frage, ob das Endprodukt noch ein Naturauszug oder ein angereichertes Produkt ist.
Vollspektrum, Isolat und synthetisch angereichert
Hinter dem Wort Extrakt stehen am Markt drei grundverschiedene Produkttypen. Die Begriffe werden nicht einheitlich verwendet, weshalb sich ein Blick auf die Definition lohnt:
Enthält das komplette natürliche Stoffverhältnis des Blattes, nur konzentriert. Es wird nichts entfernt und nichts zugesetzt. Das Mengenverhältnis der Bestandteile zueinander bleibt dem Ausgangsmaterial ähnlich.
Ein einzelner Stoff wird aus dem Gemisch herausgetrennt und aufgereinigt. Das Ergebnis ist kein Pflanzenauszug mehr, sondern eine Einzelsubstanz. Die übrigen Blattbestandteile fehlen.
Ein Auszug, dem nachträglich isoliertes oder synthetisches Material zugesetzt wurde, um eine Prozentangabe zu erreichen. Rechnerisch stimmt die Zahl, die Zusammensetzung entspricht aber keinem natürlichen Blattverhältnis mehr.
Die praktische Frage an einen Anbieter lautet deshalb nicht „wie stark?”, sondern „wie ist die Konzentration entstanden?”. Ein Auszug mit hohem Gehalt, der ausschließlich aus Blattmaterial gewonnen wurde, ist ein anderes Produkt als ein Auszug, dem isolierte Substanz zugemischt wurde — auch wenn beide dieselbe Prozentzahl auf dem Etikett tragen.
Stärkeangaben richtig lesen
Es gibt zwei Systeme, und sie sind nicht umrechenbar.
Verhältnisangaben wie 10:1 oder 20:1
Die Angabe beschreibt, wie viel Rohmaterial in eine Gewichtseinheit Extrakt eingegangen ist: Bei 10:1 wurden zehn Gramm Blattmaterial zu einem Gramm Extrakt verarbeitet. Das klingt präzise, hat aber eine entscheidende Schwäche — die Angabe sagt nichts über das Ergebnis, sondern nur über den Prozess. Wie viel vom gewünschten Inhaltsstoff am Ende drin ist, hängt vom Ausgangsmaterial und vom Verfahren ab. Zwei Produkte mit identischem 10:1-Label können sich deutlich unterscheiden. Hinzu kommt: Die Zahl ist von außen nicht überprüfbar, weil nur der Hersteller weiß, wie viel Rohmaterial eingesetzt wurde.
Prozentangaben wie 50 % Mitragynin
Diese Angabe beschreibt die gemessene Zusammensetzung des Endprodukts: Welcher Gewichtsanteil des Pulvers besteht aus dem genannten Alkaloid? Der Wert ist analytisch bestimmbar, in der Regel per HPLC, und deshalb der einzige Vergleichsmaßstab zwischen Anbietern — vorausgesetzt, es gibt ein Zertifikat dazu.
| Kriterium | Verhältnis 10:1 | Prozent 50 % |
|---|---|---|
| Beschreibt | Den Prozess | Das Endprodukt |
| Laborprüfbar | Nein | Ja, per HPLC |
| Vergleichbar | Nur im Haus | Zwischen Anbietern |
| Aussage zum Gehalt | Keine | Direkt |
Konsequenz für den Kauf: Eine Verhältnisangabe ohne Analyse ist ein Versprechen, eine Prozentangabe mit Zertifikat ist eine Messung. Wer vergleichen will, fragt nach dem Zertifikat — und achtet darauf, dass es sich auf die gelieferte Charge bezieht und nicht auf ein Musterprodukt von vor drei Jahren.
Pulver, Harz und Liquid
| Form | Zustand | Besonderheit |
|---|---|---|
| Pulver | Trocken, fein | Exakt wiegbar |
| Harz / Resin | Zäh, dunkel | Klebt, schwer teilbar |
| Liquid / Tinktur | Flüssig | Gehalt pro Volumen |
Pulver ist die am besten handhabbare Form: Es lässt sich auf einer Präzisionswaage exakt abwiegen, gleichmäßig verteilen und sauber portionieren. Für alle Anwendungen, bei denen es auf genaue Mengen ankommt, ist es die erste Wahl.
Harz entsteht, wenn der Auszug nicht vollständig getrocknet, sondern nur eingedickt wird. Es ist dunkel, zäh und haftet an Werkzeugen und Gefäßwänden — was die saubere Portionierung erschwert und beim Umfüllen zu Verlusten führt.
Liquids und Tinkturen geben den Gehalt pro Volumen an, etwa Milligramm pro Milliliter. Hier ist auf das Lösungsmittel zu achten und darauf, ob sich beim Stehen Material am Flaschenboden absetzt. Ein Bodensatz bedeutet, dass die Konzentration über die Flasche hinweg nicht gleichmäßig ist.
Farbkraft als Materialeigenschaft
Wir geben Kratom ausschließlich als botanischen Farbstoff ab. Für diesen Zweck ist die relevante Materialeigenschaft die Farbkraft: Wie viel Fläche lässt sich mit welcher Menge einfärben, und wie intensiv fällt das Ergebnis aus? Konzentrate sind hier den Blattpulvern deutlich überlegen. Bei unserem Extrakt entsprechen 500 mg in der Farbwirkung etwa 30 Gramm gewöhnlichem Blattpulver — teilweise mehr.
Praktisch heißt das: Für großflächige Arbeiten ist reguläres Pulver das wirtschaftlichere Material, für filigrane Detailarbeiten und kräftige Akzente auf kleiner Fläche das Konzentrat. Wie die Mahlfeinheit das Farbverhalten beeinflusst, beschreibt unser Beitrag zum Kratom Mahlgrad; die Grundlagen zur Verwendung als Naturfarbstoff stehen in Kratom als natürlicher Farbstoff.

Milligramm ist nicht Milliliter
Ein Missverständnis, das bei Konzentraten regelmäßig auftritt und für Unsicherheit sorgt: Viele Extrakte werden in kleinen Röhrchen abgefüllt, die eine ml-Skala aufgedruckt haben. Diese Skala misst Volumen, nicht Gewicht. Die Füllmenge in Milligramm ist eine Gewichtsangabe und hat mit den Strichen auf dem Röhrchen nichts zu tun.
Der Grund ist die Luft zwischen den Pulverkörnern. Je nachdem, wie stark das Pulver während des Transports verdichtet wurde, nimmt dieselbe Masse mehr oder weniger Platz ein. Wer das Röhrchen vorsichtig auf eine ebene Fläche klopft, sieht den Füllstand sinken — das Gewicht bleibt dabei exakt gleich.
Zum Nachwiegen braucht es die richtige Waage. Handelsübliche Küchen- und Feinwaagen mit zwei Nachkommastellen messen unter einem Gramm unzuverlässig und reagieren teilweise erst ab 0,1 bis 0,2 Gramm Unterschied. Im Milligrammbereich sind sie damit unbrauchbar. Wir wiegen jedes Röhrchen auf einer geeichten Präzisionswaage auf 0,001 Gramm genau ab, in der Regel mit leichtem Überschuss. Die ml-Markierungen sind weder zum Abmessen noch zum Schätzen des Gewichts geeignet.
Was ein Laborzertifikat aussagt
Ein Analysenzertifikat ist bei Konzentraten wichtiger als bei Blattmaterial, weil die visuelle Prüfung praktisch entfällt: Ein dunkelbraunes Pulver sieht wie das nächste aus. Ein brauchbares Zertifikat beantwortet vier Fragen:
- Welche Charge? Eine Chargennummer, die sich dem gelieferten Produkt zuordnen lässt. Ohne Zuordnung ist das Dokument ein Werbeblatt.
- Welches Labor, welches Datum? Name und Anschrift eines nachprüfbaren Labors, dazu ein Prüfdatum, das nicht Jahre zurückliegt.
- Welcher Gehalt, mit welcher Methode? Der Alkaloidgehalt mit Angabe des Verfahrens, üblicherweise HPLC.
- Welche Reinheitsparameter? Schwermetalle, mikrobiologische Belastung und bei alkoholischer Extraktion Restlösungsmittel.
Unsere Analysen liegen offen einsehbar auf der Laborseite. Der Gehalt unseres Extrakts wird regelmäßig in einem zertifizierten deutschen Labor geprüft.
Lagerung von Konzentraten
Konzentrate sind empfindlicher als Blattpulver, weil die Inhaltsstoffe in höherer Dichte vorliegen und das Material eine größere Oberfläche pro Gewicht hat. Es gelten dieselben drei Grundsätze wie bei allen botanischen Rohstoffen, nur strenger: kühl, trocken und lichtgeschützt. Luftdicht verschlossene Behälter verhindern, dass das Pulver Feuchtigkeit aus der Raumluft zieht und verklumpt. Temperaturwechsel sind zu vermeiden, weil sie zu Kondensation im Gefäß führen.
Ausführlich dazu: Kratom kaufen und richtig lagern. Dieselben Regeln gelten übrigens für Blütenmaterial, etwa bei Blauem Lotus.

Unser Extrakt-Sortiment
Wir führen einen Vollspektrum-Auszug mit mindestens 50 % Mitragynin, laborbestätigt und direkt aus Blattmaterial gewonnen — ohne Zusatz isolierter oder synthetischer Substanz. Abgefüllt wird in Portionen von 250 mg und 500 mg, jede auf einer Präzisionswaage abgewogen. Dazu kommt ein Mulungu-Auszug im Verhältnis 10:1 für Anwender, die mit Rindenmaterial arbeiten.
Kratom Extrakt mit laborbestätigtem Gehalt — Versand aus Deutschland
Versandschluss werktags 13:00 Uhr · Versandkostenfrei ab 75 € · Zertifikate offen einsehbar
Häufige Fragen zum Kratom Extrakt
Was bedeutet die Angabe 10:1 bei einem Extrakt?
Sie beschreibt das Verhältnis von eingesetztem Rohmaterial zu fertigem Extrakt: Bei 10:1 wurden zehn Gramm Blattmaterial zu einem Gramm Extrakt verarbeitet. Die Angabe beschreibt damit den Prozess, nicht das Ergebnis, und ist von außen nicht überprüfbar. Zwei Produkte mit identischem 10:1-Label können sich im tatsächlichen Gehalt deutlich unterscheiden.
Was ist ein Vollspektrum-Extrakt?
Ein Auszug, der das komplette natürliche Stoffverhältnis des Blattes enthält, nur in konzentrierter Form. Es wird nichts entfernt und nichts zugesetzt. Das unterscheidet ihn vom Isolat, bei dem ein einzelner Stoff herausgetrennt wird, und von angereicherten Produkten, denen nachträglich isoliertes oder synthetisches Material zugemischt wurde.
Kann ich Verhältnis- und Prozentangaben umrechnen?
Nein. Die beiden Systeme messen verschiedene Dinge: Eine Verhältnisangabe beschreibt den Herstellungsprozess, eine Prozentangabe die gemessene Zusammensetzung des Endprodukts. Aus einer Verhältnisangabe lässt sich kein Gehalt ableiten, weil das Ergebnis vom Ausgangsmaterial und vom Verfahren abhängt. Nur Prozentangaben mit Laborzertifikat sind zwischen Anbietern vergleichbar.
Warum stimmt die ml-Markierung am Röhrchen nicht mit der mg-Angabe überein?
Weil ml ein Volumen und mg ein Gewicht ist. Zwischen den Pulverkörnern befindet sich Luft, deshalb nimmt dieselbe Masse je nach Verdichtung mehr oder weniger Platz ein. Klopft man das Röhrchen vorsichtig auf eine ebene Fläche, sinkt der Füllstand sichtbar, während das Gewicht exakt gleich bleibt. Die Markierungen eignen sich nicht zum Abmessen.
Was muss auf einem Laborzertifikat stehen?
Eine Chargennummer, die sich dem gelieferten Produkt zuordnen lässt, Name und Anschrift eines nachprüfbaren Labors, ein aktuelles Prüfdatum, der Alkaloidgehalt mit Angabe der Methode wie HPLC sowie Reinheitsparameter zu Schwermetallen, mikrobiologischer Belastung und bei alkoholischer Extraktion zu Restlösungsmitteln.
Wie lagere ich ein Kratom Extrakt?
Kühl, trocken und lichtgeschützt in einem luftdicht verschlossenen Behälter. Konzentrate sind empfindlicher als Blattpulver, weil sie eine größere Oberfläche pro Gewicht haben und Feuchtigkeit aus der Raumluft ziehen können. Temperaturwechsel sind zu vermeiden, weil sie zu Kondensation im Gefäß führen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Eigene Analysenzertifikate, zertifiziertes Labor in Deutschland — einsehbar auf unserer Laborseite
- Korthals, P. W. — Erstbeschreibung von Mitragyna speciosa
- Plants of the World Online, Royal Botanic Gardens Kew — Taxonomie Mitragyna speciosa
- Bildmaterial: Wikimedia Commons, Lizenzangaben in den Bildunterschriften
Hinweis: Alle unsere Kratom-Produkte werden ausschließlich als botanische Farbstoffe verkauft und sind nicht zum Verzehr bestimmt. Wir machen keine Angaben zu Verzehr, Anwendung, Dosierung oder gesundheitlichen Eigenschaften. Von Kindern fernhalten. Kühl, trocken und lichtgeschützt lagern. Als Naturprodukt kann das Material leichte Farbabweichungen aufweisen.
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